Grünes Wohnen
„Die Haushalte produzieren etwa genauso viel CO2 wie die beiden Bereiche Industrie oder Verkehr.“

„Durch den Standbybetrieb von Haushaltsgeräten gehen in britischen Haushalten jährlich 900 Mio. GBP verloren; fast zwei Drittel der Menschen lassen das Licht in nicht genutzten Räumen brennen.“
Obwohl die Haushalte in den Industrieländern zu den größten Produzenten von CO2-Emissionen zählen, haben die meisten Menschen nur eine unklare Vorstellung davon, wie viel Energie die verschiedenen Haushaltsgeräte und Anlagen in ihrem Zuhause verbrauchen.
Wenn ihnen zuverlässige und aktuelle Daten über ihren Energieverbrauch geliefert werden, kann das effektiv dabei helfen, dass sie ihr Verhalten ändern. Die Einsparungen betragen nachweislich bis zu 15 Prozent. Davon profitiert sowohl der Einzelne durch niedrigere Energierechnungen als auch die Umwelt durch weniger im Haushalt produzierte Emissionen.
Steigende Nachfrage
In den nächsten Jahren wird der Energieverbrauch in den Industrieländern noch steigen und viele Länder werden wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, diesen Bedarf zu decken. Das amerikanische Unternehmen North American Electric Reliability Corporation geht davon aus, dass der Energiebedarf in den USA in den nächsten Jahren um 135.000 Megawatt steigen wird, aber nur rund die Hälfte davon durch kürzlich entdeckte Energieressourcen gedeckt werden kann [1].
Der Energieverbrauch der britischen Haushalte steigt seit den 1970er Jahren an und macht bereits heute insgesamt 28 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus [2]. Die Haushalte produzieren etwa genauso viel CO2 wie die beiden Bereiche Industrie oder Verkehr [3]. Mehr als die Hälfte der Energie wird zum Heizen von Gebäuden benötigt, der Rest für die Bereitstellung von Warmwasser, Licht und zum Betreiben von Haushaltsgeräten [4].
Anreize für eine Verhaltensänderung
Der Energieverbrauch im eigenen Haushalt ist für den Verbraucher weitestgehend unsichtbar, das heißt, dass die meisten Menschen nur eine unklare Vorstellung davon haben, wie viel Energie bei bestimmten Tätigkeiten benötigt wird und welche Auswirkungen bereits eine Änderung von täglichen Gewohnheiten haben kann [5]. Das Energieeinsparpotenzial ist enorm. So geht der Energy Savings Trust davon aus, dass britische Haushalte mehr als 900 Mio. GBP pro Jahr durch den Standbybetrieb von Haushaltsgeräten verschwenden und dass mehr als zwei Drittel der Menschen das Licht in nicht genutzten Räumen brennen lassen [6].
Durch den Einsatz von Digital-Home-Technologie und den Einbau von intelligenten Messgeräten für verschiedene Betriebsmittel wie Strom, Wasser, Gas und Solarenergie ist es heute möglich, eine genaue und umgehende Rückmeldung zum Energieverbrauch und zur Energieproduktion im Haushalt zu bekommen. Dies ist erfahrungsgemäß einer der effektivsten Wege, die Menschen dazu zu bewegen, ihr Verhalten zu ändern. Studien aus den USA und Europa zu den Auswirkungen des Einbaus von Energieverbrauchsanzeigen haben einen 5 bis 15 %-igen Rückgang des Energieverbrauchs gezeigt. Das zum US-amerikanischen Energieministerium gehörende Labor Pacific Northwest National Laboratory konnte in einer über zwei Jahre lang durchgeführten Studie beweisen, dass Haushalte mit digitalen Geräten zur Kontrolle der Temperatur und der Kosten durchschnittlich 10 Prozent niedrigere Energierechnungen hatten [7].
Es wurden dabei verschiedene Display-Prototypen getestet. Als am effektivsten stellten sich diejenigen heraus, die die ausführlichsten Daten in einem benutzerfreundlichen Format lieferten. Sie lieferten eine umgehende Rückmeldung zum Energieverbrauch und ermöglichten es den Verbrauchern gleichzeitig, ihren letzten Energieverbrauch zu überprüfen [8].
Kosteneinsparungen
Die britischen Energiepreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen: so kletterte die Energierechnung eines Durchschnittshaushalts von 441 GBP im Jahr 2003 auf heute 1013 GBP [9]. Könnte der Energieverbrauch exakt gemessen werden, so würden die Rechnungen den tatsächlichen Verbrauch widerspiegeln, statt sich aus Hausbesuchen und Schätzungen zu ergeben. Landesweit gesehen könnten die Einsparungen bei der Infrastruktur enorm sein.
Die Studie des US-amerikanischen Energieministeriums zeigte, dass Energieverbrauchsspitzen um insgesamt 15 Prozent verringert werden könnten, wenn die Haushalte über Geräte verfügten, die den Energieverbrauch anzeigen. Dadurch könnten über einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt 70 Mrd. USD bei der Kraftwerkinfrastruktur eingespart werden [10].
Ein wachsendes Interesse daran, den Energieverbrauch der Haushalte aus finanziellen und umwelttechnischen Gründen zu reduzieren, hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen auf Energiesparmaßnahmen, wie zum Beispiel eine bessere Wärmedämmung oder Doppelverglasung setzen. Gleichzeitig haben sich einige dazu entschlossen, kleine alternative Energieerzeugungsanlagen, wie z. B. Windkraftanlagen, Erdwärmepumpen oder Solaranlagen zu installieren.
Promoveo ist der Ansicht, dass Mikronetze zusammen mit lokalen Energiemanagementsystemen einen wertvollen Beitrag dazu leisten können, die Energiekrise zu überwinden. Während diese Maßnahmen zweifellos dazu beitragen, die Energiekosten und den Ausstoß von Emissionen zu reduzieren, kann es schwierig werden zu bewerten, wie effektiv diese Technologien sind und wann sie sich bezahlt machen. Durch den Zugriff auf genaue Verbrauchsdaten durch die Digital-Home-Technology könnten die Menschen ablesen, wie viel Energie sie generieren oder einsparen könnten. Dies würde ihnen schließlich dabei helfen, besser informiert Entscheidungen über ihren eigenen Energieverbrauch zu treffen.